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John York

John York John York wird als John York Foley am 3. August 1946, in White Plains, NY geboren. Er wächst auf in Hicksville, NY. Musik spielt im Leben der Familie York eine wichtige Rolle: Mutter und Großmutter sind als Kirchenmusikerinnen beschäftigt, John's Mutter leitet die Kirchenchöre und so sind erste musikalische Einflüsse für John die Musik von J.S. Bach und die Lieder des prostestantischen Gesangbuchs.

Anfänge: Die Dinge ändern sich schlagartig, als in der Schule "Why Do Fools Fall In Love?" von Frankie Lymon and the Teenagers an seine Ohren dringt. Die Doo-Wop-Formationen aus New York ŕ la Dion and The Belmonts faszinieren ihn und er beginnt, die klassischen Stilistiken von Duane Eddy, Buddy Holly oder auch Chet Atkins zu studieren. Kein Album von Ray Charles ist vor ihm sicher... Mit 14 gibt es eine erste Band: The Tradewinds später The Night Riders. Rockhistoriker wird es interessieren, daß sich später aus dieser Combo The Brooklyn Bridge entwickeln sollte, eine Band, die es 1968 mit dem Jimmy Webb-Song "Worst That Could Happen" zu beträchtlichem Charts-Erfolg bringen sollte. Als Teenager entwickelt John außerdem eine Begeisterung für das Theater. Er schreibt sich als Student für Theatre Arts an der Universität ein, bricht das Studium aber bereits im ersten Jahr ab. Der Grund: er erliegt den Verlockungen des "gelobten Landes": Hollywood, CA. Los Angeles siegt jedoch aus einem simplen Grund über die ebenfalls zur Auswahl stehende Royal Academy in London, England – ein Freund bietet ihm eine günstige Mitfahrgelegenheit zur Westküste an und gibt vor, über wichtige "connections" in der Filmindustrie zu verfügen. Fast eine alltägliche Geschichte, sollte man meinen....

Die frühen West Coast-Jahre: 1965, kurz nach der Ankunft in L.A., wird John ein Job als Bassist bei The Bees angeboten. Er hat zwar noch nie Bass gespielt, kommt aber auf dem Instrument gut zurecht und akzeptiert. Schlag auf Schlag reiht sich eine Station an die nächste: er wird Mitglied des Sir Douglas Quintet ("She's About A Mover"/"Mendocino"), und schließt auf brutalen monatelangen Konzertreisen durch die USA mit den harten Fakten eines Musikeralltags im Business erste Bekanntschaft. John bekommt auch Studiojobs, z.B. als Bassist bei The Leaves ("Hey Joe"), wo er aber als "Jim Pons" auftritt. Der Grund ist banal: die Band fürchtet um ihre Gage, da John eben für den kränkelnden Bassisten der Band, Jim Pons, eingesprungen war... Zwischenzeitlich formiert er The Tender Trap mit Terry Hand und ex-Beach Boy David Marks. 1967 wird John York Bassist der Mamas And The Papas touring band und spielt neben John Phillips (electric 12 string guitar), Eric "Doc" Hord (guitar) and Eddie Hoh (drums). Weitere Bands folgen: The Lamp Of Childhood, das Folk-Duo Farina Omaline sowie The Sounds Of Piccardy. Im Studio spielt er für Dorsey Burnette, Steppenwolf, Malvina Reynolds, The Mamas And The Papas und andere. Nach einem Abschiedskonzert in der Hollywood Bowl löst sich das klassische Line-up der letztgenannten Gruppe auf, doch für John gibt es sofort einen neuen Job in der Johnny Rivers Band. Weitere Tourneen durch Südamerika, Mexiko und die USA folgen – er ist ein begehrter Mann.
Zu einer schicksalhaften Begegnung kommt es für John bei einem Gig mit Clarence White, Eddie Hoh und ex-Byrds Vokalist Gene Clark im Whisky A Go Go in Hollywood. Die neuen Kontakte führen dazu, daß er im Sommer 1968 der neue Bassist von The Byrds nach dem Weggang von Chris Hillman wird. Die neue Besetzung der Band besteht nun aus Roger McGuinn, Clarence White, Gene Parsons und John York. Die Byrds nehmen in der Folgezeit die heute klassischen Alben DR. BYRDS AND MR. HYDE sowie THE BALLAD OF EASY RIDER auf. Sie liefern den Soundtrack zum Film CANDY und spielen "The Ballad Of Easy Rider" für die Filmlegende EASY RIDER ein. Im übrigen ist John auch auf den Bootleg-Klassikern "Live At The Boston Tea Party" und "The Byrds At The Avalon Ballroom" vertreten. Zu dieser Zeit kommt es zu zahlreichen Kooperationen mit Produzenten wie Bob Johnston, Terry Melcher oder auch Dave Grusin. Aufnahmesessions für Kollegen wie Gib Guilbeau, Clarence White und Gene Parsons finden neben den Live- und Studioaktivitäten der Byrds statt. Ende 1969 jedoch ist ein weiteres Kapitel der Geschichte dieser legendären Band beendet. John York verläßt L.A. und die Byrds und zieht nach San Francisco. Dort nimmt er Klavierunterricht, spielt mit verschiedenen Bands des lokalen Undergrounds und entwickelt ein Interesse am Instrumentenbau. Er wird zum Sammler exotischer Musikinstrumente. Für die meisten Rockhistoriker ist er jedoch "wie in Luft aufgelöst", wie es "Pete Frame's Rock Family Tree" später formulierte.

New Yorker Zwischenspiel: In den frühen siebziger Jahren beginnt für John York eine lebenslange Liebesaffäre mit der Musik des Nahen Ostens. Zwei Jahre lang studiert er ausschließlich die arabische Oud, und eine unerwartete Rückkehr nach New York bringt ihn mit der exzentrischen Familie Odell zusammen, ihres Zeichens Inhaber der Odell Organ Company, des ältesten Familienbetriebes zur Herstellung von Kirchenorgeln in den USA. John taucht für zwei Jahre in die Welt des Orgelbaus ein und lebt im Greenwich Village. Er spielt in den lokalen Cafés und Clubs wie Gerde's Folk City und Kenny's Castaways mit Singer-Songwritern wie Willy Nile und Steve Forbert. Zu dieser Zeit dreht der Filmemacher Gordon Brown für deutsche Auftraggeber den Dokumentarfilm "American Street Musicians" – John York ist dabei. Kurz vor der Rückkehr nach Los Angeles formiert er John York & The Innocent Bystanders mit dem New Yorker Klavier-Wunderkind Joel Diamond.

Rückkehr an die West Coast: Seit dem Herbst 1977 ist John York wieder auf dem club circuit von L.A. aktiv, zunächst mit seinen Innocent Bystanders. Er ändert bald den Bandnamen in Nu York und kann mit David Getz den alten Drummer von Janis Joplin/Big Brother & The Holding Company gewinnen. Doch Nu York löst sich rasch wieder auf, und John spielt Gigs solo oder im Duett mit einem klassischen Violaspieler - oder auch als Mitglied der Hausband im berühmte Nachtclub The Fez. Zu dieser Zeit beginnen auch John's Experimente, die Oud und Elemente arabischer Musik mit Rockformen zu kombinieren. 1981 startet er ein Workshop-Projekt mit dem Ex-Sir Douglas Quintet Drummer John Perez, ein lockeres Aggregat, zu dem zu verschiedenen Zeiten Leute wie Mark Benno, Spooner Oldham, Phil Seymour, Chris Etheridge, Gordon DeWitty und Rockin' Robin gehören. Es gibt von Zeit und Zeit auch wieder Angebote für Theaterproduktionen; u.a. wirkt er als Gitarrist und Bassist für das Musical "Two Short For Prime Time Players" mit, welches zwei Jahre lang im Roxy auf dem Sunset Strip aufgeführt wurde. Weitere Projekte folgen: 1984 tourt er mit der Claudia Nygard Band, und gründet eine weitere kurzlebige Band: The Hindu Masters mit Billy Darnell, Dave Crocket und Brian Dougherty.
1985 kommt es zu einer Wiederbegegnung mit den ex-Byrds Gene Clark und Michael Clarke im berühmten Palomino Club. Man beschließt eine "20th Anniversary Tribute To The Byrds" Tour mit den The Band-Leuten Rick Danko und Richard Manuel, Blondie Chaplin (Beach Boys), Rick Roberts (Firefall), und Carlos Bernal (Spanky and Our Gang). John spielt die elektrische 12 string und singt. Er arbeitet auch danach immer wieder mal mit Rick Danko und Gene Clark und tritt gelegentlich mit der Flying Burrito Brothers –V ariante von Sneaky Pete Kleinow, Skip Battin, Michael Clarke, Rick Roberts und Blondie Chaplin auf.
Kuriose Live-Projekte folgen 1986/87: Byrds-Konzerte mit Gene Clark, Billy Darnell, Carlos Bernal und dem legendären Pianisten Nicky Hopkins, Pink Slip mit Billy Darnell, Randy Meisner (Buffalo Springfield/Poco/Eagles) und Dewey Martin (Buffalo Springfield) sowie Cry mit Gene Clark, Patrick Robinson und Nicky Hopkins. Im Winter 1988 tourt John in Italien mit ex-Byrd Skip Battin in einer bemerkenswerten italo-amerikanischen Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Ricky Mantoan und dem Drummer Beppe D'Angelo. Byrds-Historiker kennen die Aufnahmen dieser Band unter dem Titel "The Vigliano Tapes". Kurz darauf wird John York zum zweiten Male Vater. Er stoppt das Leben on the road und zieht weg aus Los Angeles. Endlich beginnt er damit, lang gehegte eigene Vorstellungen von Kompositionen und Songs zu verwirklichen. Es zieht ihn nach Claremont, dem künstlerischen Mittelpunkt der südkalifornischen Inland Empire-Region östlich des Molochs L.A.

Die Claremont Jahre: 1990 schuf John York als Komponist und Produzent die "Sacred Path Songs" – für ihn ein künstlerischer Meilenstein und Wendepunkt seines Lebens. Dieses Projekt führt in einzigartiger Weise Johns Musik mit der native american music der Ureinwohner der USA zusammen und setzt den Bestseller "Sacred Path Cards" von Jamie Sams in Musik um. Aufgrund dieser Arbeit wird er 1992 als erster Künstler in der neuen Inland Empire-Konzertserie "Art Is Music" gefeatured. Eine neue Zusammenarbeit mit Jamie Sams entsteht im Anschluß: "Clan Mothers Music", eine weitere Respektsbezeugung und Ausdruck der Bewunderung für native american music. John gründet außerdem seine eigenen Produktions- und Verlagsfirmen. Die Aufnahme eines seiner Songs ("Mary Sue") durch Co-Autor Gene Clark (CD: "So Rebellious A Lover" - Gene Clark & Carla Olson) verdeutlicht ihm, daß es Zeit ist, sich um seine eigenen Songs zu kümmern.

Weitere Live- und Studioarbeit: Ein Fixpunkt für John York ist das Claremont Folk Festival, wo er in den Neunzigern sowohl solo, mit dem Songwriter Patrick Brayer oder mit dem Roots Music-Star Ben Harper zu hören ist. Auch lockere Bandprojekte gibt es weiterhin: The Californios, nach eigenem Bekunden eine middle eastern flamenco blues group bestehend aus John York (Oud, 12-string Gitarren, Kontrabaß, indianische und chinesische Flöten), Chris Darrow (Violine, Akkordeon und WMI – eine elektrische Tenorgitarre in Mandolinenstimmung) und Ian Beardsley (Flamencogitarre). Aufnahmen dieser fantastischen Band kann man hören auf Chris Darrow's "Coyote/Straight From The Heart" Doppel-CD auf TAXIM. Johns eigene Band zu diesem Zeitpunkt besteht aus Patrick Brayer, Chad Watson und Roy Swedeen. Mit ihnen bestreitet er das Children Of The Night Benefizkonert im Troubadour Club in Los Angeles, eines der ersten im Internet live übertragenen Konzerte - von mehr als 50,000 Usern live im Netz verfolgt!! Als Studiomusiker arbeitet er vorwiegend für die Produzenten Denny Bruce, Kim Fowley, Chris Darrow und Robbie Parrish. Eine Liste seiner lokal und international veröffentlichten Aufnahmen dieser Zeit: "Peter Lewis", "Everybody Slides Vol 2", "Tumbleweed Circuit"(Mojave), "The Next Time" (Katie Tricket), "Sour Dough Cowboy" (Don Sanders), "Songs Of The Colorado River" (World Nation), "Creation Flight" (Anita Kruze) sowie "Harem Girl" (Chris Darrow and Max Buda) und viele mehr. Seine ungewöhnlich vielseitigen Talente als Multi-Instrumentalist und sein tiefes Verständnis amerikanischer und anderer ethnischer Musiktraditionen machen ihn zu einem begehrten Studiomusiker. Heute beherrscht John York neben dem konventionellen Instrumentarium (Bässe, 6 & 12saitige Gitaren, Keyboards) die arabische Oud, die chinesischen Pipa, Gu zheng, Sheng und Er hu. Er spielt die keltische Harfe und eine große Bandbreite chinesischer, irischer, indianischer und arabischer Flöten. Viele ethnische Perkussionsinstrumente, die WMI Tenorgitarre, Mandoline, Suzuki Melodeon, Utfy und Harmonica komplettierten dieses Bild. So wie sein Interesse an der Musik dieser Welt wächst, so wächst auch seine Instrumentensammlung und seine Fähigkeit, sie zu beherrschen...

Claremont Dragon: 1995 trifft John York durch seinen Freund und Kollegen Chris Darrow auf Taxim-Inhaber Hans-Hermann Pohle. Das musikalische Resultat dieser freundschaftlichen und fruchtbaren Begegnung liegt jetzt in Form von "CLAREMONT DRAGON" vor, seiner ersten Solo-Produktion. Erstmalig wird es hier John York ermöglicht, seine eigene Musik für eine Plattenproduktion in totaler künstlerischer Freiheit zu verwirklichen. Man trifft auf eine einzigartige musikalische Landschaft: intensiver Gesang, eine Armada zwölfsaitiger Gitarren und die verzaubernden Klänge dutzender ethnischer Instrumente sind nur einiger der Mosaiksteine... Das Territorium, welches von John Yorks neuer Musik erschlossen wird, ist jedoch noch immer von seiner Arbeit bei den Byrds geprägt. Seine Gesangsstimme wäre mit "McGuinnesque 1971" treffend umschrieben, und die zwölfsaitigen Gitarren tun ein übriges, die Verbindung zur großen Rock-Vergangenheit herzustellen, in der die Intelligenz des zeitgenössischen Folk mit dem Streben nach musikalischer Innovation verbunden wurde. Man findet 13 neue Songs von John York, entstanden unter Mithilfe vieler Freunde und Gäste wie Gordon Waller, Chris Darrow, Patrick Brayer und vielen anderen. Auch die Zukunft ist schon zu hören: John's Kinder Ruby und Zane singen auf"Half-Breeds Are The Hope Of The World".
John YorkAuf lokaler Ebene kümmert sich John York noch immer intensiv um die Lebendigkeit der Livemusik-Szene in Claremont und Umgebeung. Er ist ein begehrter Lehrer, hält Vorträge und führt Musikpräsentationen an Schulen durch. Die Claremont Community School Of Music und das Institut Academy Of T'ai Chi Ch'uan in Pasadena, CA, sind zwei wichtige Adressen seiner vielen Aktivitäten. "The man has been around", wie man sagt. Jetzt bringt er uns seine Songs und ein anspruchsvolles humanistisches Credo als Motivation: John York betrachtet seine Musik und diese neuen Songs als poetische Spiegelbilder menschlicher Möglichkeiten. Alle, die diese Musik schätzen sind zu offener Kommunikation mit ihm unter http://home.earthlink.net/~yorksong eingeladen.

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