deser island classicsdie desert island classics story #5: Taxim

Bob Mosley
Never Dreamed

katalog-nr. tx 2053
rock - 1999

J.P. Whitecloud1974 lebt Whitecloud in San Diego und hat mit seiner Frau Susan eine Anzahl guter Songs verfasst. Erste Kontakte in L.A. führen ihn zum legendären Drummer von The Crickets – J.I. Allison, dem Autor von R'n'R-Perlen wie "That'll Be The Day" oder "Peggy Sue". Allison bringt gleich seine alten Freunde Sonny Curtis und Glen D. Hardin mit, Whitecloud agiert provisorisch als Sänger. Warren Wolf, ein Freund und Produzent in London, mag das Ergebnis und schlägt vor, die Aufnahmen fortzuführen. Die nächsten Sessions sind noch prominenter besetzt, denn Hardin bringt einen der einflussreichsten Gitarristen der Rockgeschichte mit: Telecaster-As James Burton. Es war Burtons brilliantes Spiel, welches die frühen Hits von Ricky Nelson veredelt hatte, und zahlreiche Sessions für Elvis sowie Gott und die Welt hatten ihn schon frühzeitig zu einer DER Gitarren-Legenden schlechthin werden lassen. Jeder zweite Telecaster-Fan versuchte, die Licks von Burton zu imitieren. Burtons musikalischer Ideenreichtum schien grenzenlos zu sein. Whitecloud ist beeindruckt von Burtons Bescheidenheit und man stellt weitere Cuts fertig – Polydor zeigt sich interessiert und will mehr. Whitecloud träumt unterdessen von dieser einzigartigen Kombination als fester Band Jango und das nicht ohne Grund. Hardin ist nicht mehr bei Elvis sondern mittlerweile bei Emmylou Harris und hat Interesse. Doch die Ex-"Crickets" verlagern ihre Aktivitäten bald darauf nach Nashville, und James Burton verdient noch immer (zu) gutes Geld bei Elvis Presley. Polydor London will Whiteclouds Produktion nur unter der Voraussetzung, daß genau diese Band auch auf eine Tour geht. Das kann Whitecloud aufgrund der sich widersprechenden Verpflichtungen der Musiker nicht zustande bekommen. So hat er zwar brilliante Backingtracks, aber keine existente Gruppe und vor allen Dingen keinen Sänger!

Bob MosleyMonatelang sucht er nach der richtigen Stimme für seine Songs. Dann bekommt Whitecloud den Tip, doch einmal den ebenfalls in San Diego lebenden Bob Mosley anzusprechen. Whitecloud ist Fan der alten Moby Grape und findet Mosley schliesslich bei einem Auftritt in einer Bowlingbahn.... "Seine Stimme war schier umwerfend", so Whitecloud heute, "und ich nahm ihn gleich am nächsten Tag auf." Mosley kommt ins Studio und singt die gesamte Platte mit voller Intensität. Sieben von neun Nummern sind "first takes". Toningenieur Mauldin ist mehr als beeindruckt und sagt zu Whitecloud, Bob Mosley sei einer der besten Sänger, die er jemals gehört habe.

NEVER DREAMED bringt also Songs, deren Charakter unter dem Dach der "US Roots Music" bestens aufgehoben sind. Rock-, Blues- und Countryelemente sind in verschiedenen Mischungsverhältnissen vertreten und die markanten Stilisten Mosley, Burton und Hardin sind absolut unverkennbar. Ein von der Zeit vergessenes musikalisches Kleinod. Doch es ist zu diesem Zeitpunkt bereits branchenbekannt, dass Bob Mosley persönliche Probleme hat. Auch der an den Aufnahmen interessierte Bill Graham macht kurzfristig einen Rückzieher und Whiteclouds Träume für die Produktion versanden langsam aber sicher. Die Produktion wandert für mehr als 20 Jahre in Whiteclouds Privatarchiv.

Bob Mosleys persönlicher Niedergang in den frühen neunziger Jahren fand in der Obdachlosigkeit einen traurigen Tiefpunkt. Doch heute ist er zurück auf der kalifornischen Szene und wieder bzw. noch immer im Vollbesitz seiner musikalischen Fähigkeiten, und - Bob Mosley ist heute noch immer ein Mitglied der sporadisch auftretenden Moby Grape.

J.P. Whitecloud ist ein erfolgreicher Produzent und zählt den zurückgekehrten Mosley zu seinen guten Freunden. Taxim präsentiert das wunderbare Dokument eines speziellen Zusammentreffens dieser Legenden aus mehreren Rock-Jahrzehnten. Nothing more and nothing less.

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