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Tim Brooks & The Alien Sharecroppers See Rock City katalog-nr. dr 0004 rock - 2000 Pull You Under (57K) Yours Ain't No Bigger (68K) Stand Still (70K) bestellen |
Der Southern Rock lebt und ihm geht
es gut! Diese Feststellung mag manchem trendorientierten Menschen als hoffnungsloser
Anachronismus erscheinen. Fest steht jedoch: wohl kaum einem anderen heute eher
traditionellen Genre geht es derzeit so gut wie der bodenständigen und
rauhbeinigen Rock-Mucke, die von den Traditionalisten zwischen Texas und Florida
gemacht wird. Vor allem natürlich dank der enthusiastischen Fan-Gemeinde,
die diese Musik als ihr Lebenselixir braucht. Neuestes Beispiel für diese
schonungslose Vitalität sind Tim Brooks & The Alien Sharecroppers aus Macon,
Georgia. Mit SEE ROCK CITY veröffentlicht DARK REIGN jetzt endlich das
Debutalbum dieser Band, dessen Leader in punkto handwerklichem Können jüngst
für erhebliche Furore gesorgt hat. Denn bei der "25th Anniversary
Ultimate Competition” des renommierten "Guitar Player”-Magazins räumte
Tim Brooks förmlich ab: nicht nur gewann er die Kategorie "Slide Guitar”
mit einem zweiminütigen Homedemo voll außerirdischer Slidekunst,
die hochkarätig besetzte Jury erkannte ihm zusätzlich auch den "Grand
Prize" aller Kategorien zu. So fand sich Tim Brooks beim "Ultimate
Guitar Concert” im Warfield Theatre zu San Francisco Seite an Seite mit Gitarren-
und Musiklegenden wie Steve Morse, Ry Cooder, Harvey Mandel, John Lee Hooker
oder auch Gregg Allman wieder ("Tim Brooks brought the house down "
GP-Chefredakteur Dominic Milano). Ein denkwürdiger Abend!
Doch Tim Brooks ist kein Newcomer. Bereits 1994 veröffentlichten er und
sein Bruder Greg ein Album als "The Brothers Brooks”, und auch schon vorher
hatte er als lokale Größe seine "dues-paying years” absolviert
– von Jobs als Opening Act für Künstler von Muddy Waters bis Steve
Morse bis hin zu Sessions mit vielen klassischen Südstaaten-Rockern, von
Dickey Betts bis The (Dixie) Dregs. Also zumeist Leuten, die ihre Alben für
das legendäre Capricorn-Label aufnahmen. Besonderer musikalischer Fixpunkt
für Tim Brooks dabei natürlich: The Allman Brothers Band. Wohl kaum
ein anderer Musiker hatte solch immensen Einfluß auf seinen Stil, niemand
gab Tim Brooks ähnlich viel Inspiration wie der verstorbene Duane Allman.
So steht dieser Südstaatenhüne gitarristisch mit beiden Beinen fest
in der Allman-Tradition. Sein inspiriertes Slidespiel auf einer Gibson Les Paul
Custom hat nichts Süßliches, denn Tim Brooks liebt das schwere und
bluesrockige Feuer von Duane Allman über alles. Diesem Sound bleibt er
treu und genau dieses Feuer bringt er bei seinen Konzerten sehr überzeugend
rüber.
So hört man (vorzugsweise mit amtlichem Lautstärkepegel) auf SEE ROCK
CITY ein Sextett, welches der Welt ein bluesgefärbtes Flashback in die
Blütezeit des klassischen Southern Rock offeriert, versetzt jedoch mit
einigen Frischzellen, die dieses Idiom fit für das neue Jahrtausend machen.
Es gibt neben einigen schwerblütigen eigenen Songs auch fantastische Cover
einiger Kultsongs von Bob Dylan zu hören: allen voran das Dylan-Meisterwerk
"Blind Willie McTell” , gefolgt von "Foot Of Pride” und "Down
Along The Cove”. Gesanglich zwischen Billy Gibbons und Gregg Allman pendelnd,
mischt Tim Brooks scheinbar aus dem Bauch gekonnt verschiedene Stilbereiche.
Denn bei aller herzhaft-rauhbeinigen Southern Rock-Seeligkeit finden sich auch
dezente Funk-Einflüsse und Country Soul-Intensität im Sound dieses
weniger intellektuell sondern vorwiegend emotional orientierten Musikers und
seiner Band.
SEE ROCK CITY - in diesem Fall also Macon, GA, die Stadt von Little Richard,
Otis Redding und den Allman Brothers. Was für eine Tradition! Auch wenn
die Comic Book-Späße des Covers ZZ Top-mäßigen Witz aufweisen
- musikalisch wird auf SEE ROCK CITY nicht gewitzelt. Hier geht's zur Sache,
denn diese "außerirdischen Landarbeiter” haben noch eine Menge vor.

