cover

Paul Keim
Cuesta Grade


katalog-nr. tx 1046
blues - 1999

lineup
track listing

Cuesta Grade (83)
The Toll (89K)
Walk Away (64K)

Der südkalifornische Meistergitarrist, Sänger und Songwriter Paul Keim ist ein Musiker, der alle Voraussetzungen mitbringt, um in einer Reihe mit zeitgenössischen Gitarren- und Roots-Stars wie Ben Harper, Keb' Mo oder auch Eric Bibb zu stehen. Was verbindet diese äußerst individuellen Talente im Crossover-Bereich von Blues und Folk? CUESTA GRADE, die dritte Platte des in Berkeley geborenen und im - von der Civil Rights Bewegung durchschüttelten - Washington D.C. der sechziger Jahre aufgewachsenen Paul Keim gibt einige klare Antworten auf diese Frage.
Es ist wohl zunächst der Einfluß der Tradition, der die neuen Picker in der Nachfolge von Altmeistern wie David Lindley, Ry Cooder, Bonnie Raitt, Taj Mahal, Richard Thompson oder Leo Kottke verbindet. Im Fall von Paul Keim ist es das Schlüsselerlebnis, spät nachts auf einer lokalen Soul-Station in Washington "Smokestack Lightnin'" von Howlin' Wolf zu hören. Es trifft ihn wie Blitz und Donner - "I haven't been the same since", sagt er heute. Doch das war nur der Anfang einer Reise, die ihn tief in die Musikwelten einiger der großen Persönlichkeiten der Blues/Folk/ Singer-Songwriter-Genres führt und auf der er selbst herausragende Fähigkeiten auf einer Vielzahl von Gitarren entwickeln wird. So sind es u.a. die Gospel-Inbrunst der Countryblues-Spirituals von Blind Willie Johnson, die innovativen Open Tunings von Joni Mitchell, die Virtuosität von Leo Kottke, die Ausdruckstiefe im Slide-Spiel von Ry Cooder und die humorige Ironie eines Fats Waller, die bei ihm hörbare Spuren hinterlassen. Zu hören auf den dreizehn Eigenkompostionen und Instrumentals auf CUESTA GRADE angereichert mit einem Robert Johnson-Cover und einem schönen Medley aus "Amazing Grace/Mystery Train". Alles in kleiner Besetzung Gitarren, Bass, Drums/Percussion, Harp, Piano.
Paul Keim lebt heute in Ojai, CA, und seine Familie ist bereits in der fünften Generation in Kalifornien ansässig beileibe keine Selbstverständlichkeit. Hier machte er sich in den letzten Jahren bei Konzerten in Clubs und auf Festivals einen Namen. In Kalifornien entwickelte er auch seine instrumentale Meisterschaft auf eine Anzahl akustischer Gitarren, deren unterschiedlicher Charakter ursprünglich mit verschiedenen Genres verknüpft ist. Der Name Martin steht dabei für die große US-Folktradition, der Name National für die metallenen Resonatorgitarren des Country- und Folkblues und der Name Weissenborn für legendenumwobene, auf dem Schoß zu spielende Instrumente aus den zwanziger Jahren. Gebaut aus rein hawaiianischem Holz und berüchtigt für ihre Zerbrechlichkeit, wurden diese Gitarren erst jüngst durch David Lindley und Ben Harper für ein größeres Publikum zu einem Begriff. Auch Paul Keim ist dem speziellen mythischen Charme dieser Instrumente verfallen und ein Sammler, dessen eigene Fertigkeiten allerdings dem Potential dieser Instrumente absolut entsprechen.
Doch zurück zur Ausgangsfrage. Was zeichnet diese erfolgreichen jüngeren zeitgenössischen Roots-Musiker aus? Paul Keim hat seine eigene Antwort auf diese Frage: "Immer wenn es heute etwas Neues gibt, wird es ein Resultat der Situation sein, daß die Leute seit zwei Generationen Zugang zu so vielen unterschiedlichen Musikformen haben. Wer konnte schon zuvor gleichzeitig Jimmy Cliff, Muddy Waters, Bob Wills, Miles Davis und Bach hören? Wie in jeder evolutionären Musik, kommt es also auch im Roots-Bereich zu Synthesen verschiedener Stile und Genres. Dieses Statement führt uns zum wohl ausschlaggebeden Punkt für das Bewußtsein der neuen Roots-Persönlichkeiten. Neben der Bewahrung traditioneller musikalischer Könnerschaft und einer selbstwußten künstlerischen Aufrichtigkeit, haben diese neuen Könner ein ausgesprochenes Bewußtsein von der Wichtigkeit des Echten. Noch einmal Paul Keim: "Wenn Du als Künstler wächst, erkennst Du irgendwann, daß Ehrlichkeit darauf basiert, daß Du etwas Echtes, einen Teil von Dir ausdrückst. Ich begreife mich heute als Weltbürger und schreibe meine Musik im Bewußtsein von allem, was ich bislang gehört und gesehen habe. Ich hoffe dabei, daß das, was ich spiele, mein Publikum zu eigenen Gedanken und Gefühlen inspiriert. Ich möchte die Bildersprache einer bestimmten Zeit und eines bestimmten Ortes herstellen."
Mit CUESTA GRADE präsentiert TAXIM eine weitere kalifornische Entdeckung, dessen Kunst uns zwar bekannt vorkommt, aber unsere Sinne auf ehrliche Art und Weise neu zu betören vermag. Paul Keim - moderner Folk/Blues/Songwriter-Crossover par excellence.


lineup


track listing

  1. Cuesta Grade (Paul Keim) 3:25
  2. The Toll (Paul Keim) 4:17
  3. Stop Breakin' Down (Robert Johnson) 3:35
  4. Fiona's Dream (Paul Keim) 2:08
  5. Consequences (Paul Keim) 4:42
  6. Something in Your Face (Paul Keim) 3:59
  7. Come Along (Paul Keim) 4:27
  8. Amazing Grace (Trad. arr. by Paul Keim) 1:19
  9. Mystery Train (Herman "Jr." Parker) 4:29
  10. Walk Away (Paul Keim) 2:39
  11. Tomorrow Morning (Paul Keim) 2:26
  12. Rio Pecos (Paul Keim) 2:29
  13. Tail Spin (Paul Keim) 3:20
  14. Maria Dulce (Paul Keim) 3:33
  15. This Old Coat (Paul Keim) 4:05
  16. Cuesta Grade Revisited (Paul Keim) 2:51



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