Bugs Henderson - Blue Music
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Bugs Henderson &
The Shuffle Kings

Blue Music

katalog-nr. tx 1065
blues - 2008

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  1. You Ain't Nothing to Texas (Bugs Henderson) 2:50
  2. Interview with the Vamp (Bugs Henderson) 4:49
  3. Straight to Hell (Bugs Henderson) 3:40
  4. I Want the Mother (Bugs Henderson) 3:33
  5. Town Pump (Bugs Henderson) 3:15
  6. No Mercy (Bugs Henderson) 3:57
  7. Tattoo (Smith, Branamen, Henderson) 4:23
  8. Skylight (Bugs Henderson) 2:55
  9. The Man Who Killed My Daddy (Bugs Henderson) 4:32
  10. Blah Blah (Bugs Henderson) 3:03
  11. John Henry (Bugs Henderson) 7:15
  12. Cellar (The Joint) (Bugs Henderson) 3:10
  13. Fantasy Girl (Bugs Henderson) 3:26
  14. Echoes and Shadows (Bugs Henderson) 3:34
  15. Audio Liner Notes 22:05

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Bugs Henderson

Nach rund vier Jahren Pause meldet sich Bugs Henderson, das Urgestein des texanischen Bluesrocks, mit einer brandneuen Studioproduktion zurück und bereichert damit die lange, bis zu seinem legendären Debüt, dem Live-Klassiker „At Last“, zurückreichende Liste der Taxim-Veröffentlichungen.

Erwartungsgemäß kann man feststellen, dass sich das Warten mehr als gelohnt hat. Denn auch auf „Blue Music“ serviert der Extraklasse-Gitarrist und mehr als passable Sänger, der wie kaum ein Zweiter der Zunft beharrlich sein Feld beackert, sprich: sich in den übriggebliebenen juke joints dieser Welt die Finger wund spielt, wieder die bewährt nahrhafte Kost, von der seine verschworene Anhängerschaft nicht genug bekommen kann: kernige Bluesrock-Salven und shuffelnde Hardrocker in der bewährten, nur punktuell um Keyboards und Vokal-Backing erweiterten Trioformation.

Die vertraut klingenden Uptempo-Nummern wie etwa der Opener„You Ain’t Nothin’To Texas“, die etwa die Hälfte der CD ausmachen und mit denen sich Henderson über die Jahrzehnte seinen Ruf als legendärer Liveperformer hart erarbeitet hat, decken nur einen Aspekt von „Blue Music“ ab, die Pflicht sozusagen. Als Kürprogramm kann man dagegen eine Handvoll Tracks auffassen, die den bereits auf „Stormy Love“ zaghaft eingeschlagenen Weg einer stiloffeneren Ausrichtung konsequent fortsetzen. In diese Kategorie fällt etwa das siebenminütige „John Henry“ (die Hommage an einen unlängst verstorbenen DJ aus Tulsa, der viel für den Blues im Allgemeinen und Henderson im Besonderen getan hat), das mit einem delikaten Barrelhouse-Piano, wuchtigem Chorgesang und orginalen Radioansagen des Besungenen angereichert ist. Oder auch das wahrhaft anrührende „The Man Who Killed My Daddy“, in dem Bugs Henderson davon erzählt, wie er erst als Achtzehnjähriger erfuhr, dass er einen Adoptivvater hat, weil sein Erzeuger im Zweiten Weltkrieg gefallen war. Dieses - wohl etlichen Fans bisher unbekannte - biografische Bekenntnis ist eingebettet in uralte Aufnahmen, auf denen sich Hobbymusiker Henderson Sr. als Crooner betätigt. Und auf der angestammten Instrumentierung aus „Gitarbazndrumz“ (wie eine frühe Platte Hendersons hieß) breitet sich Tommy Youngs Hammond-Orgel aus wie die Barbecue-Sauce auf einem bluttriefenden T-Bone-Steak.

Doch den Traditionalisten sei versichert, dass Henderson die Experimente nicht zu weit treibt, oder gar versucht, sich als zwanghafter Innovator oder Sprengmeister der Blues-Konventionen zu gerieren. Anders als einige seiner Kollegen schielt er auch nicht auf ein jüngeres Publikum und vermeidet daher jegliche Annäherung an aktuelle Ausdrucksformen der Schwarzen Musik. Unvergessen bleibt diesbezüglich Hendersons TV-Auftritt in der Sendung des rührig-unverdrossenen Hamburger Blues-Propagandisten Kuno Dreysse. Im Interview belferte er den sichtlich irritierten Moderator nämlich mit den Worten „Listen man, I don’t try to sell a record to a sixteen year old kid.“ In diesem Moment wusste man endgültig, warum sich der auch für dortige Verhältnisse als extrem eigensinnig geltende Texaner nie mit einem Major Label eingelassen hat. Henderson bleibt was er immer war, ein Grenzgänger zwischen hartem Blues, R & B und urwüchsigem Rock’ n’ Roll. „Blue Music“ ist über weite Strecken eine für den alten Kämpen typische Veröffentlichung, jedoch kein, wie der Titel vermuten lassen könnte, altersmild gestimmtes, von melancholischen Reflektionen durchtränktes Spätwerk. Ganz im Gegenteil, der gute Bugs, mittlerweile ja auch schon ein Mittsechziger, hat sich ganz offensichtlich mit Vorsatz für den ungefilterten, keine falschen Rücksichtsnahmen duldenden Alterszorn entschieden. Gleich in drei Songs („Interview With The Vamp“, „I Want The Mother******“ und „No Mercy“ ) brüllt er mit Vehemenz gegen die schier übermächtig erscheinenden Kräfte des Bösen an, die momentan überall auf der Welt die besseren Karten zu haben scheinen. Wer die jedoch genau sind, muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden, Henderson bleibt auf der Textebene stets im Vagen und Ungefähren, weshalb er auch die Gefahr vermeidet, belehrend zu wirken.

Erfreulich auch, dass Henderson seine Gewohnheit beibehalten hat, die Musik mit „Audio Liner Notes“, einem gesprochenen „Beipackzettel“ sozusagen, zu ergänzen. Die Idee ist so gut und naheliegend, dass man sich fragt, warum nicht mehr Künstler ähnliches praktizieren. Zum einen ist es für den Konsumenten eine angenehme Maßnahme der Vertrauensbildung, die Sprechstimme eines Menschen kennen zu lernen, den man sonst nur singen hört. Und zum anderen kann der Musiker, wenn er klug genug ist, der Versuchung zu widerstehen, die für ihn einzig gültige Interpretation seiner Songs gleich mitzuliefern, dem interessierten Hörer ein paar Informationspartikel und Gedankensplitter über den Entstehungsprozess der Musik vermitteln – was Bugs Henderson in lässig – unaufdringlicher Manier zu tun versteht.

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