Zero
Die bislang unveröffentlichte CD "ZERO BLUES" entstand 1991 als Auftragsarbeit des Bühnenschreibers Gregory Friedkin, Sohn des bekannten Drehbuchautors David Friedkin, der maßgeblich am Erfolg des 1964er Sidney Lumet-Filmes "The Pawnbroker" ("Der Pfandleiher") mit Rod Steiger beteiligt gewesen war. Steiger spielt einen Mann, der seine Familie im Konzentrationslager verliert, selbst überlebt, nach New York kommt und dort versucht, trotz unablässiger Rückblenden des Horrors beharrlich seinen Weg zu gehen. Friedkin Jr. schrieb dieses Stück Anfang der 90er Jahre für eine Bühnenversion in Los Angeles um und bat Zero-Drummer Greg Anton um die entsprechende musikalische "Untermalung". Trotz der charakteristischen Soundtrack-Merkmale, die natürlich auch für "Zero Blues" gelten (Arbeitstitel: "Pawnbroker Blues"), ist die Platte ein perfektes Beispiel für atmosphärisch dichten, bluesbeeinflußten Jazz, der seine Wurzeln in den 60er Jahren hat. Die Band glänzt in ihrem Improvisationsverhalten, und die Länge der einzelnen Songs (kaum unter 5 Min.) weicht positiv vom gängigen Soundtrack-Schema ab. Eingespielt wurde "Zero Blues" im wesentlichen von Steve Kimock (Gitarre), Martin Fierro (Saxophon, Flöte) und Greg Anton (Piano, Orgel, Drums) unterstützt u.a. von Cellist Doug Harmon, Gitarrist Terry Haggerty und Bassist Liam Hanrahan.
Zero war also beileibe kein Grateful Dead-Copycat, sondern hatte immer eine gute Legitimation, "anders" zu klingen. Diese ausgesprochene Individualität verhinderte vermutlich den großen Durchbruch der Band, stellt aber für Kenner der Musik-Szene eine besondere Attraktion dar.
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