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Ian Siegal Band
Standing in the Morning

katalog-nr. tx 2077
rock - 2004

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  1. Beulah Land # 1 (Ian Berry/Keith Harrison) 1:50
  2. She Makes Me Hairy (Ian Berry/Keith Harrison) 2:02
  3. Standing In The Morning (Ian Berry/Keith Harrison) 4:10
  4. Monday Saw (Ian Berry/Keith Harrison/Lee Sankey) 5:09
  5. How Come You're Still Here? (Ian Berry/Keith Harrison) 4:26
  6. Scarecrow (Ian Berry) 5:22
  7. I Don't Wanna Be An Angel (Ian Berry/Keith Harrison) 7:22
  8. Life Too Short (Ian Berry) 3:35
  9. Beulah Land # 2 (Temptation) (Ian Berry/Keith Harrison) 2:51
  10. Early Grace (Ian Berry/Keith Harrison) 6:43
  11. This Heart (Ian Berry/Keith Harrison) 4:04
  12. Queen of the Junior Prom (Ian Berry/Keith Harrison/Lee Sankey) 6:45
  13. Beulah Land # 3 (Redemption) (Ian Berry/Keith Harrison) 0:54

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Ian Siegal Band

Jeder Bluesfan kennt das Gefühl: Man legt sich eine neue Scheibe auf, bekannte 12-Takt-Muster dringen ans Ohr und eine Frage drängt sich auf: braucht man das gleiche Alte wirklich noch einmal und immer wieder, so wie man's schon kennt? Oder braucht man als zeitgenössischer Blues und Roots-Fan eher etwas anderes, etwas Neues, das aufhorchen läßt? Individualität und Frischzellenkur anstatt die immergleiche Blues-Traditionspflege? Wer diese Frage für sich bejaht, der sollte die Musik der Ian Siegal Band in sein Leben lassen, denn die Musik auf STANDING IN THE MORNING ist genau der Stoff für Blues'n'Roots-Fans ohne stilistische Scheuklappen. Blues und Artverwandtes mit vielerlei Einflüssen - von Muddy Waters bis Captain Beefheart, von Dr. John bis Tom Waits.

Doch wer ist eigentlich Ian Siegal?

Ian Siegal ist ein Mann aus Nottingham, U.K. In den letzten Jahren erspielte er sich einen exzellenten Ruf auf der britischen Szene - vor allem als Sänger und Slidegitarrist der Lee Sankey Group. Harp-Spieler Sankey und Co. gelten bekanntlich als die Hoffnungsträger des jungen britischen Blues, vor allem seit ihrem bahnbrechenden Album "TELL ME THERE'S A SUN" aus dem Jahr 2003. Lee Sankey ist ein Typ aus London, doch Ian Siegal kommt aus dem Norden und absolvierte einige intensive "dues-paying years", bevor er in der britischen Metropole landete:

Schon als Teenager war Ian Siegal als Musiker unterwegs, mit 19 unter anderem als Straßenmusiker in Berlin. Eine Erfahrung, die er jedem Nachwuchs-Blueser empfiehlt -als Survival-Training, gewissermaßen. Als er anfing, war Ian Siegal ein Fan der großen Blues-Namen: Muddy Waters, Freddie, Albert und B.B. King, Robert Johnson, Howlin' Wolf, Son House. Einiges davon findet man auch heute noch in seiner Stimme und seinem Gitarrenspiel. Ian Siegal singt manchmal wie Son House im Prediger-Modus, und spielt seine 1929er National-Gitarre gelegentlich, als ob Robert Johnson ihm höchstpersönlich seinen Bottleneck vererbt hätte.

Dann wiederum singt er und kreiert akustische Atmosphären wie der späte Tom Waits - auch auf "STANDING IN THE MORNING". Man höre nur einmal, wie er das alttestamentarisch-paradiesische "Beulahland" in gleich drei verschiedenen akustischen Inszenierungen präsentiert: mal als spielte eine Salvation Army Band zum Tanz auf einem Friedhof auf, oder auch als wilde Polka mit "Drunken Sailor" Zitaten. Alles ist erlaubt, solange wie es Gänsehaut bringt. Und wenn der alte Captain Beefheart nicht todkrank und zurückgezogen in der kalifornischen Wüste sitzen würde, dann würde er für den Briten vielleicht auch ein anerkennendes Schulterklopfen übrig haben. Denn auch der schräge Geist von Don van Vliet ist auf diesem zweiten Ian Siegal-Album spürbar. Völlig unpeinlich und absolut überzeugend.

"Auf der Londoner Szene gibt es heute viel Mittelmaß," sagt Ian Siegal. "Aber speziell auf der kontinental-europäischen Szene gibt es wahnsinnig viel Talent, das zu wenig beachtet wird. Livemusik bekommt in England zu wenig Unterstützung, im Vergleich zu Europa, wo es viel mehr öffentliche und Business-Sponsoren von Festivals und Live-Events gibt. Blues gibt es auf der ganzen Welt, natürlich auch immer noch in den Staaten. Leute wie Alvin 'Youngblood' Hart, Catfish Keith oder Corey Harris spielen die Oldtime-Sachen, machen aber etwas Neues daraus. Der Blues wird niemals verschwinden, denn er ist ein Teil des menschlichen Lebens. Es wird einfach immer weiter gehen."

Auch Ian Siegal leistet auf "STANDING IN THE MORNING", dem zweiten Album seiner Band nach dem 99er Werk "Yo 'edjumikaschun", einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Blues'n'Roots-Musik. Seine Musik hat Groove, rumpelt und kracht, hat Seele. In eine stilistische Schublade läßt er sich dabei nie packen. So findet man eine Surf-Gitarre neben einem Freejazz-Saxophon ("She Makes Me Hairy"), Van Morrison-mäßige Sax/Orgel Kombinationen im Walzer-Tempo ("I Don't Want to Be an Angel") und funky National-Passagen ("Monday Saw"). Funky in dem Sinne wie The Band es waren, wohlgemerkt. Zusammengehalten wird das Ganze von der Stimme und der Persönlichkeit des Briten. Einen stilistischen Masterplan hat er dabei nicht: "Ich spiele nur die Songs, so wie sie herauskommen und geschrieben sind. Ich denke nicht in einem speziellen Stil, sondern möchte die Stücke ohne Einschränkung und auf natürliche Art entwickeln. Wenn ein Song ein Country-Song sein will, dann soll er es sein. Es kommt auch auf die Texte und Geschichten an, weniger auf vorgefertigte Stil-Schablonen."

"STANDING IN THE MORNING" klingt also sehr individuell, denn kein Song ist wie der andere. Doch bei aller Vielseitigkeit - bluesgetränkt ist das Ganze vom ersten bis zum letzten Ton. Die Musik der Ian Siegal Band hat Tiefe und Atmosphäre. Der Blues ist hier keine Reproduktion tausend Mal gehörter Formeln, sondern lebt ganz unangestrengt weiter in der Gegenwart. Noch ist der Brite ein Geheimtipp, doch Fans hat er schon viele, speziell in den Niederlanden. Dort ist Ian Siegal regelmäßig live zu hören und die Fachpresse liegt ihm zu Füßen. Zeit, dass es auch hier so wird. Wie singt er doch gleich auf "Life Too Short"?: KEEP ON MOVING DOWN ON LINE - Traditionsbewußt und individuell geht Ian Siegal nach vorne, begleiten wir ihn einfach dabei und erfreuen wir uns an seiner enormen Kreativität.

Siehe auch: Ian Siegals Homepage

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